Weihnachten – einfach Weihnachten

Wenn es immer früher dunkel wird…

Wenn es windig und kalt ist…

Die Nächte werden länger und die Tage merklich kürzer…

Überall leuchten Lichter…

Bäume, Büsche und Fenster sind geschmückt….

Ja, dann ist Weihnachten.

Ein einsamer Mann steht auf seinem Grundstück, dick eingepackt in Mütze, Stiefel und dicker Jacke. Trotz dieser Maßnahmen leuchtet seine Nase hellrot im kalten Dezemberwind und die Finger zittern – nicht vor Aufregung (naja vielleicht strömt ein bisschen Adrenalin durch seinen Körper), sondern weil der wegen dem Wind seine blauen Finger kaum noch spürt. Was tut dieser Mann draußen in der Kälte fragt Ihr Euch?

Er entwirrt eine Lichterkette. Seit 30 Minuten steht er dort und sieht seine Frau aus dem wohligen Haus durchs Fenster winken.

„Wieso ich jedes Jahr? Immer wieder das gleiche. Ich friere mir hier draußen die Finger ab und die Olle steht hinterm Fenster und winkt.“ (er winkt zurück, presst die Zähne aufeinander, erzwingt sich ein schiefes Lächeln und denkt sich:“ Ja, ja, grins du nur. Das kriegst du alles wieder.“ In dem Moment schaut er auf die 150 m lange, total verknotete Lichterkette, die er durch seine gedankenverlorene Entwirrung nur noch schlimmer verknotet hat. „Verdammt nochmal. Jetzt reicht’s! Schluss damit, das Licht bleibt dieses Jahr aus. Ich hab die Faxen dicke!!!!“, schreit er und wirft die Lichterkette auf den Boden, stampft wütend ins Haus und schmeißt seine Schuhe in den Schuhschrank. Nachdem er die Tür zugeknallt hat und im Begriff ist, seine Jacke mit der gleichen Wut auf den Kleiderständer zu bugsieren, steht seine Frau neben ihm: „Schatz, was ist denn los? Das ist doch NUR eine Lichterkette. Da ist doch nichts bei!“

Das war zu viel.

Die halb ausgezogene Jacke ist in Blitzgeschwindigkeit wieder angezogen, die Schranktür fliegt auf und die Schuhe werden wieder hervorgekramt. Zack Nr. 1, Zack Nr. 2. Der Mann stampft wütend zur Tür.

„Weißt du was …. du kannst mich mal gerne haben! Mach deinen Mist doch alleine!“, und knallt die Tür zu. Die Frau steht total verdattert im Flur. „Ach, was der wohl wieder hat. Der kriegt sich bestimmt wieder ein. Es ist ja auch schließlich schon der 22. Vorweihnachtlicher Stress gehört ja dazu. Bestimmt hat er mein Geschenk noch nicht.“ Sie kichert und geht grinsend ihren Vorbereitungen nach.

Als sie die komplette Wohnung zum Glänzen gebracht hat fällt sie erschöpft auf die Couch, schaltet den Fernseher ein und schläft sogleich ein. Es ist 20:30 Uhr.

Sie hat einen tiefen Schlaf…

träumt von einem besinnlichen, weißen Weihnachtsfest….

Neben ihr könnte eine Bombe hochgehen, so tief schläft sie.

Doch was sie nicht ahnt: Es wird tatsächlich gleich eine Bombe hochgehen.

Um halb eins kommt ihr Mann voll wie eine Haubitze nach Hause. Er braucht geschlagene fünf Minuten, um den Schlüssel unter lauten Flüchen und vielen Kratzern an der Tür endlich ins Schloss zu bekommen. Die Tür fliegt auf und er steht da: „So, mein liebstes Weiblein. Jetzt kriegst du dein Weihnachten!!!“

Sein verschwommener Blick fällt zuerst auf die Deko, die seine Frau liebevoll am Treppengeländer des Flurs in den ersten Stock befestigt hat. „Hm…. das sieht doch bestimmt toll aus, wenn das Tannenzeugs aus Feuer wäre… „- gesagt getan. Das Treppengeländer brennt lichterloh, die Flammen fressen sich in den ersten Stock.

Aber das war noch nicht alles. „Mein Gott, da steht ein Weihnachtsbaum im Esszimmer. Ich glaub ich steh im Wald. Den muss ich erst mal abholzen. Er nimmt im Vorbeigehen einen Regenschirm und schubst damit den Weihnachtsbaum um. Klirr, schepper – Überall Scherben, Tannen und der Mann steht stolz wie Oskar mitten in dem Chaos. „So“, denkt er sich „was ist denn hier noch so komisches in meinem Haus?“ Er wandert durch das chaotische Esszimmer. „Ups!“ kichert er. „Ausfallschritt. Gott sei Dank stand der nette Herr da und hat mich aufgefangen!“. Er redet von einem Stuhl, der bei seinem ‚Ausfallschritt‘ zwei weitere Stühle umgerissen hat. „Danke, mein Herr!“, bedankt er sich mit einem Knicks bei dem umgekippten Schlamassel im Esszimmer.

„Mein Gott, wieso ist das hier so warm? Ich denk es is Winter. Hat die Alte mal wieder die Heizung aufgedreht…. War klar…. tz tz tz!“ Er schmeißt die Jacke von sich und geht aus dem verwüsteten Esszimmer in die Küche, um einen Schluck zu trinken. Kühlschrank auf, der verschwommene Blick zu einer Flasche Bier. „Njam njam“, denkt er sich. Blöd nur, wenn man doppelt sieht. Er greift zur Flasche Tabasco, die seine Frau gestern gekauft hat. Da erblickt er den Truthahn, der im Kühlschrank auf seinen letzten, warmen Urlaub wartet. Fenster auf, Truthahn in die Hand „Flieg mein Täubchen, flieg in den Süden!“ Ein dumpfes Bumm! lässt erahnen, dass das ‚Täubchen‘ auf dem gefrorenen Rasen gelandet ist. Zufrieden mit sich öffnet er die Flasche Bier ( 🙂 ) und nimmt einen herzhaften Schluck – als Belohnung sozusagen.

Plötzlich brennt es wie Feuer, welches im Flur tatsächlich noch brennt, der Mann erschrickt, wirft die Flasche von sich. „Badezimmer… Badezimmer“, keucht er und reißt die Tür vom Wandschrank auf. Die Geschenke für die Freunde, die an Heiligabend zu Besuch kommen, stehen verpackt und glänzend da. Der Mann: „Was is das denn? Was hat das denn im Klo zu suchen??? Wech damit!“ und schmeißt die gebrechlichen Geschenke kreuz und quer durch die Küche. Klirr…….

Im ‚Badezimmer‘ findet er jedoch nicht den erwarteten Wasserhahn. Das Brennen wird immer schlimmer. Was tun? „Hilfe … CLAUDIA! …. Wo bist du???“ Er rennt schreiend durchs Haus, sieht die Flammen und erschrickt noch mehr. Überall hat er Fußabdrücke, das Chaos was er angerichtet hat. Ab ins Wohnzimmer.

Seine Frau liegt da und schläft in aller Seelenruhe.

Gläser stehen auf dem Tisch, bereit, morgen zu decken, damit alle Vorbereitungen für Heiligabend getroffen sind. Er will seine Frau wecken, kann aber vor lauter Brennen im Mund kaum noch sprechen. „Gut, vielleicht wird sie ja von den Gläsern wach!“, denkt er und wirft diese mit zunehmender Freude an die Wand.

Die Frau schläft….

„Gibt’s doch nicht! Ok, dann male ich sie halt an, dann hat sie morgen was, worüber sie sich freuen kann.“ Kicher Kicher …. kramt er nach dem Filzstift in der Wohnzimmerschublade. Da er ihn nicht auf Anhieb findet, wird die Schublade halt ausgekippt. Er findet den Stift, schnappt sich ein Blatt Papier, um den Stift auszuprobieren. Er schneidet sich….

„Aua! Mist!!!“, ruft er, da er sich mit einer kaputten Birne der Lichterkette in den Finger geschnitten hat. „Naja, Augen zu und durch. Es ist Weihnachten. Einfach Weihnachten….!“, denkt er und lächelt seiner Frau, die im Haus steht zu, während er in der Kälte die Lichterkette entwirrt.

 In diesem Sinne: eine besinnliche und frohe (Vor-)Weihnachtszeit!

Wünscht Ihr Team der UNTERNEHMENSBERATUNG RALF MÜLLER

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